Nasser Asphalt …

Draußen schreit der nasse Asphalt
Regen im ruhelosen Herzen
Hinaus in die Nacht, durch dunkle Straßen
Auf die Suche …

Ein Glas in der erwartungsvollen Hand
Spiegelnd gegen mattes Licht gehalten
Große bleiche Seifenblase
Hängt über den Dächern
Wie ein Traum, bevor er zerplatzt …

Erinnerungslose Heiterkeit lenkt die Schritte
Schummrige Vergessenheit beruhigt das Herz
In leeren Straßen trommelt kühlender Regen
Und schreit der nasse Asphalt …

© Linda Schilling

HELDENTOD

© Linda Schilling + Michael Wlotzka
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Inhaltsverzeichnis

Heldentod: Das erste Mal
30. Mai, Mittwoch.
31. Mai, Donnerstag.
1. Juni, Freitag, früher Morgen.
1. Juni, Freitag, am Vormittag.
1. Juni, Freitag, Mittag.
1. Juni, Freitag, Nachmittag.

Heldentod: Das erste Mal

Als die Zeit noch jung war, ich in der Blüte meiner Jugend stand und mir die Welt zu Füßen lag, entschied ich mich für eine ebenso ungewöhnliche wie gefährliche Laufbahn, wenn man eine Tätigkeit in den tiefsten Schatten des Daseins überhaupt so bezeichnen kann. Von jeher erschien mir alles Hergebrachte fremd. Die Werte, Sitten und Gebräuche meiner Mitmenschen entsprachen nie meinem Verständnis von Gesellschaft. In meinen noch unschuldigen Augen schienen sie ihr Streben nach Macht und ihr unstillbares Verlangen nach Bereicherung zu ihrer geheimen Religion erhoben zu haben. All das widerstrebte mir und es gelang mir nicht, unter ihnen Gleichgesinnte zu finden. So kam es, dass ich in der Schule wie auch im Studium stets der Einzelgänger blieb, der nie aus ihren Reihen hervorstach und mitten unter Ihresgleichen weilte, ohne jemals wahrgenommen zu werden. Über die Jahre hinweg studierte ich die Verhaltensweisen und die Gesichtsausdrücke, die jene Gedanken nach außen tragen, die die Seele nicht zu verbergen vermag. Frei von den üblichen Moralvorstellungen und Werten der Gesellschaft, der ich den Rücken gekehrt hatte, konnte ich von außen auf die Welt blicken und lernte so Dinge zu sehen, die niemand sonst sah. „HELDENTOD“ weiterlesen

Das blaue Boot

Es war einmal …

ein kleines blaues Boot, das fest im Hafen am Fluss vertäut war und zufrieden im Sonnenschein hin und her schaukelte. Dort hatte es einen wunderschönen Blick auf eine riesige Wiese voll von Blumen. Ein kleines Kind hüpfte dort sorglos einem Ball hinterher. Hin und wieder blieb es stehen, um eine besonders schöne Blume oder einen bunten Schmetterling mit offenem staunendem Mund zu bewundern. Eines Tages aber vergaß man, das Boot richtig festzumachen. Als dann in der Nacht Wind aufkam, blähte sich das Segel auf und das kleine Boot setzte sich in Bewegung.

Ängstlich erkannte es, dass es dem Wind hilflos ausgesetzt war. Und so trieb es weiter und weiter, bis es am Morgen des folgenden Tages an einem dicken Ast, der vom Ufer aus über den Fluss ragte, aufgehalten wurde. Dort blickte es auf eine ebenso schöne Wiese wie diese, die es vom Hafen her kannte. Auch ein Kind war da, das seinen Ball suchte. Das Boot freute sich und vergaß für einen Moment seine Furcht. Doch bald blies der Wind so stark, dass auch der Ast eine Weiterfahrt nicht verhindern konnte. Und so wurde dem kleinen blauen Boot seine eigene Lage wieder bewusst und es weinte bitterlich, bis es durch einen Stoß aus seinen trüben Gedanken gerissen wurde. Es hatte einen Steg gerammt, auf dem ein Mädchen sich niedergelassen hatte. Sie sah sehr müde aus. Den Kopf in die Hände gestützt redete sie mit sich selbst. So erfuhr das Boot, dass das Mädchen an einem Wettlauf teilnahm und nun das Ziel nicht finden konnte. Das Boot wünschte helfen zu können, aber das Mädchen schubste die blaue Nussschale in die Strömung zurück. Immer noch ängstlich, aber auch neugierig und beeindruckt setzt das Boot seinen Weg fort, bis es am Nachmittag auf eine Flasche stieß, die im Wasser dahintrieb und verzweifelt nach ihrem Verschluss suchte. Hilflos konnte sie nicht verhindern, dass immer mehr Wasser in sie hineinströmte und sie immer weiter absackte. Ohne einen passenden Deckel war sie allein und ohne Schutz. Aber das Boot trieb weiter und bald war die Flasche außer Sicht.

Als sich der Tag schließlich dem Ende zuneigte, konnte das Boot schon das Meer erkennen. Doch sein Tau verfing sich in einem Gebüsch, das von der Uferböschung übers Wasser hing, und es konnte nicht weiter. Gerade wollte es wieder zu weinen anfangen, als sein Blick auf einen Schatten fiel, der herzzerreißend schluchzte, weil er sich sehnlichst eine Form wünschte. Das Boot wollte ihn trösten. Und der Schatten erzählte, dass er dem Boot bereits begegnet war. Denn er war das Kind, er war das Mädchen und er war auch die Flasche. Schließlich löste er das Boot aus seinen Fesseln und stieg ein.

Das Boot trieb aufs offene Meer hinaus und bald verlor es sich in der Ferne. Und wenn sie nicht gekentert sind, dann suchen sie noch heute.

© Linda Schilling

Schatten über Tuxmoar

© Linda Schilling + Michael Wlotzka

Der König von Tuxmoar ist ratlos. Als ob seine widerspenstige Tochter ihm nicht schon genug Kopfzerbrechen bereiten würde, häufen sich jetzt auch noch die Beschwerden seiner Untertanen über angebliche Verwüstungen durch geflügelte Bestien.
Als ihm der Zufall in Gestalt eines Jungen aus dem abgelegenen Bergdorf zu Hilfe kommt, sieht der König die Lösung seiner Probleme schon in greifbarer Nähe. Aber wird der ahnungslose Rob die Schatten, die über dem Königreich liegen, vertreiben und Licht ins Dunkel bringen können?

Deutsche Fassung voraussichtlich Anfang 2018