HELDENTOD

© Linda Schilling + Michael Wlotzka
Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verbreitung oder Übersetzung dieses Textes oder von Teilen dieses Textes bedarf nach dem Urheberrecht der schriftlichen Zustimmung der Autoren.

Inhaltsverzeichnis

Heldentod: Das erste Mal
30. Mai, Mittwoch.
31. Mai, Donnerstag.
1. Juni, Freitag, früher Morgen.
1. Juni, Freitag, am Vormittag.
1. Juni, Freitag, Mittag.
1. Juni, Freitag, Nachmittag.

Heldentod: Das erste Mal

Als die Zeit noch jung war, ich in der Blüte meiner Jugend stand und mir die Welt zu Füßen lag, entschied ich mich für eine ebenso ungewöhnliche wie gefährliche Laufbahn, wenn man eine Tätigkeit in den tiefsten Schatten des Daseins überhaupt so bezeichnen kann. Von jeher erschien mir alles Hergebrachte fremd. Die Werte, Sitten und Gebräuche meiner Mitmenschen entsprachen nie meinem Verständnis von Gesellschaft. In meinen noch unschuldigen Augen schienen sie ihr Streben nach Macht und ihr unstillbares Verlangen nach Bereicherung zu ihrer geheimen Religion erhoben zu haben. All das widerstrebte mir und es gelang mir nicht, unter ihnen Gleichgesinnte zu finden. So kam es, dass ich in der Schule wie auch im Studium stets der Einzelgänger blieb, der nie aus ihren Reihen hervorstach und mitten unter Ihresgleichen weilte, ohne jemals wahrgenommen zu werden. Über die Jahre hinweg studierte ich die Verhaltensweisen und die Gesichtsausdrücke, die jene Gedanken nach außen tragen, die die Seele nicht zu verbergen vermag. Frei von den üblichen Moralvorstellungen und Werten der Gesellschaft, der ich den Rücken gekehrt hatte, konnte ich von außen auf die Welt blicken und lernte so Dinge zu sehen, die niemand sonst sah. „HELDENTOD“ weiterlesen