Wie Träume ruht der Nebel auf dem Meer
Und sanft durchdringt die Sonne dieses Grau
Und Nebelhaftes mischt sich mit dem Blau
In dem ein Vogel lautlos kreist umher
Doch bald schon ziehen Wolken übers Meer
Und endlos schwarz verfärbt sich jenes Grau
Und Gischt schäumt – tobend, grenzenlos und rau
Der Wind – er peitscht die Wellen vor sich her
Und meine Seele eben aufgewacht
Scheint wehrlos ausgeliefert dieser Nacht
Und weiß nicht recht, wonach sie suchen soll
Der Geist streckt gierig seine Arme aus
Und sendet Sehnsucht in die Welt hinaus
Und weiß doch nicht, wonach er suchen soll
Der Wind singt flüstern eine kleine Weise
Wie Meeresrauschen klingt es in den Ohren
Die Welt hat sich in einem Traum verloren
Die Vogelschwärme ziehen schwarz und leise
Der Geist begibt sich auf die lange Reise
Den Sinn für Raum und Zeit hat er verloren
Und noch wie Schreie klingt es in den Ohren
Die Wirklichkeit und ihre schrille Weise
Die neue Welt des Traums nimmt ihn gefangen
In ihm herrscht unbeschreibliches Verlangen
Nach Freiheit, Ewigkeit und Zeit und Wissen
Doch will er auch die alte Welt nicht missen
In beiden Welten ist sein Geist gefangen
Wie soll er eine Antwort je erlangen?
Die Vögel zwitschern lustig in den Bäumen
Und auf der Wiese glänzt der Morgentau
Die Sonne lacht vergnügt im Himmelsblau
Es ist ein rechter heller Tag zum Träumen
Doch lange will der helle Tag nicht säumen
Die Sonne sinkt, der Himmel wird ganz grau
Der Wind beginnt zu wehen, stark und rau
Nur noch ein Dämmerlicht liegt auf den Bäumen
Bei Dämmerung geben sich die zwei die Hände
Der muntre Tag mit jener dunklen Nacht
In der nur Mond und Sterne halten Wacht
So wechseln ab sich immer Tag und Nacht
Und wenn die Nacht erneut erreicht ihr Ende
So gibt ihr wieder dann der Tag die Hände
Grau kriechen Schatten formlos an der Wand
Ein kalter Wind, er streichelt ihre Wangen
In ihren müden Augen malt sich Bangen
Sie hofft verzweifelt auf ein bess’res Land
Durch ihre Finger rann die Zeit wie Sand
So greifbar nah scheint ihr, was doch vergangen
Sie ist in der Erinnerung noch gefangen
Als suchend ausstreckt sich die weiße Hand
Die Form gehört nun der Vergänglichkeit
Die Teilchen müssen nicht sofort vergehen
Wie lange aber bleibt der Stoff bestehen?
Gehört die Seele nun der Ewigkeit
Dem ewigen Nichts oder der Zeit
Wie soll des Menschen Geist dies je verstehen?